Foto: "Wir können etwas gegen das Leid unternehmen.": Schüler mit Hund aus dem Tierheim Köln-Dellbrück (Foto: Alex Büttner)
Von Arnd Zickgraf
Jarek sagt: „Die meisten Menschen haben einfach noch nicht erkannt, dass wir ebenso leiden können wie sie.“ Der Junge steht, als Schildkröte verkleidet, auf der Bühne. Neben ihm Mitschüler, die ebenfalls Tierkostüme tragen. Die Kinder, allesamt Schüler des Gymnasiums Köln-Rodenkirchen, tragen Texte vor, die einen grausamen Umgang von Menschen mit Tieren thematisieren. Die Schülerinnen und Schüler proben für ein Theaterstück, mit dem das Publikum aufgerüttelt werden soll. Das Schauspiel ist eine Aktion von vielen, die im Rahmen der Tierschutz-Arbeitsgemeinschaft der Schule stattfinden.
„Tierschutz ist immer auch Menschenschutz“, sagt die Gründerin der AG, Religionslehrerin Regina Kowalzick. Sie versteht die Arbeit mit der Gruppe als Beitrag zum sozialen Lernen. So betont die 54-Jährige: Tierschutz fordert Einfühlsamkeit und Respekt vor anderen, stärkt die Eigenverantwortung und ein gesundes Selbstbewusstsein der Schüler.Vor sieben Jahren rief Regina Kowalzick die Tierschutz-AG ins Leben. Im vergangenen Jahr erwuchs daraus der schulübergreifende Verein „Schüler für Tiere“, der von den Vereinten Nationen als „Dekadenprojekt für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde.
Ob Hunde-Patenschaften, Anti-Pelz-Demonstrationen oder Leserbriefe – stets hat die Tierschutz-AG auch die Wirkung auf die Öffentlichkeit im Blick. Anschauung, wie Tierschutz in der Praxis aussieht, bekommen die Schüler im Tierheim Köln-Dellbrück, das sie regelmäßig besuchen und für das sie Spenden gesammelt haben. Der Kontakt zu den Tieren dort, ob Hunde, Katzen oder Kaninchen, rührt die Kinder an. Die elfjährige Leona ist empört: Dass Menschen ihre Haustiere vor allem in Ferienzeiten einfach so aussetzen können, kann sie nicht verstehen. Sie hält eine Katze im Arm. „Ich wusste nicht, dass es so schlimm ist“, sagt das Mädchen. Es hat jetzt aber auch gelernt: „Wir können etwas dagegen unternehmen.“
Zum Seitenanfang© 2006 - 2012 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Zum Seitenanfang